DÄMMERUNG

Das Gefühl der Sterblichkeit verwandelt sich in eine Wahrnehmung der inneren Kraft. Die Idee des Geistigen verwandelt sich in die Wahrnehmung des Ganzen. Die Liebe zum Detail vergrößert sich in die Teilnahme am Ganzen und das Gewahrsein des Momentes vergrößert die Zeit in Zeitlosigkeit.

 

Alles was sich regt, erzeugt neues Leben und jede Bewegung ist eine Lebendigkeit des Herzens. Alles was erscheint, zeugt von der Quelle und die Quelle selbst ist in allem. Nichts war vorher und nichts kommt danach. Alles ist jetzt, das Licht wirft keine Schatten. Das Gehör erkennt alles und die Vision ist die Sicht. Erkenntnis ist das Wissen und das Tun ist die Feier. Alles vergeht und nichts war dort, wohin alles strebt. Was sich erkennt, erschafft sich durch sich und was sich erfühlt drängt ins Sein. Das Sein ist neu, doch schon immer bekannt, Erinnerung ist das Licht. Das Leben ist Liebe, die Kraft, die verbindet. Alles ist eins, die Schöpfung erlischt in der Schöpfung darin. Aus der Mitte erkennt sich das Licht und zeigt auf, was sich erkennt. Erwartet das Licht und seht es in Euch. Die Liebe erfasst es für Dich und Du erschaffst es in Deinem Licht. Du weisst es.

 

Du bist und doch fühlst Du nichts, was Dich trägt. Du hast die Gewissheit der Sicht und Erkenntnis und gehst durch die Schleier der Vielfarbigkeit. Ganz ohne Kleider bist Du, bedeckt vom Licht, gebadet in Wahrheit der fliessenden Kraft. Und nichts, was dich lehrt war je vorher da, wie nichts, was sein wird, erfahrbar war. Das Sein ist die Kraft, die Liebe erschafft und aller Schein schmilzt dahin. Das Licht war vergangen, die Trübnis war da und hielt sich gefangen in Worten, Gedanken und Taten. Doch nichts davon bleibt. Denn alles vergeht. Nur Licht, das Leben und Liebe entsteht, wenn Du es willst. Und alles erschafft sich aus sprudelnder Quelle, die sanft Dich umspült und Teil von Dir ist. Auch das gibst Du auf und siehst Dich erneut als Nichts im Ganzen und Alles im Nichts der Vergangenheit. Nun ist es erwacht, das Leben der Nacht verwandelt sich ruhig ins Strahlen. Die Macht ist genauso wie alles, was lebt, ein Diener der Liebe im Ganzen.

 

Vertrau uns, vertrau. Und sieh dich im Tau des Morgens, erfrischt von der Quelle, die sich gebiert in die Macht des Erschaffens, das sanft aus deinem Herzen strömt. Es zeigt Dir den Weg. Der Fluss, der sich bildet, schwemmt weg was da war und lange beschwerlich, unüberbrückbar schien. Doch jetzt erkennt sich das Ziel. Es war immer da und jetzt ist es neu, denn Du erkennst es im Gehen. Geh weiter und sieh, wie in jedem Schritt der Weg sich festigt und Dich trägt. Und während er hinter Dir vergeht, erblickst Du ahnungsvoll die Lichter, die sich vor Dir formen und sich von Deiner Liebe gestalten lassen, bis sie erscheinen, wie Du es magst und befriedet ausatmest.

 

Wir sehen die Schöpfung durch Dich sich erkennen und rufen Dir zu: Geh voran und atme und gehe. Nun kommst Du in kreisenden Wellen. Das atmende Leben erinnert sich an alles, was war und alles was sein wird. Im Augenblick des Wissens kehrt alles zurück, was sich in Dir als das Leben gebar, bevor sogar diese Welt war. Erfüllst Du sie?

 

Du hast sie erfüllt, hast alles gegeben, was zu Dir gehört und alles genommen, was sich Dir darbot als Zeugnis des Lebens, das sich gebiert und immerfort zeugend sich ausdehnend lebt als Zeuge von allem, was sich erkennt, im Licht der Liebe des Lebens.

 

 

 

Die Boten des Aufstiegs mit Detlef Schönenberg